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Die Geschichte der NADA

Anfang der 1970er Jahre

…forderten Bürgergruppen wie die „Black Panthers“ und „Young Lords“ in der South-Bronx/ NYC bessere Behandlungen für Drogenabhängige als die ausschließliche Methadon- Behandlung. Sie besetzten damals eine Abteilung des Lincoln-Hospitals mit dem Ziel, Betroffenen einen freien und kostenlosen Zugang zu Hilfsangeboten schaffen.

Eine Young Lords Demonstration in den frühen 1970ern.
Quelle: Michael Abramson via Village Voice

1973 hatten Dr. Wen, Neurochirurg in Hongkong und Dr. Cheung, als erste beschrieben, dass elektrostimulierte
Akupunktur des Lungenpunktes am Ohr die Symptome beim Opiat- und Methadonentzug vermindert und einen Drogenentzug erleichtert. (Wen HL, Cheung SYC.: „Treatment of drug addiction by acupuncture and electrical stimulation.“ Asian J. Med. 1973; 9:138-41).

Logo: Black Panther Party

Unter dem Eindruck dieses Berichts begannen die Black Panthers und Young Lords das von Dr. Wen beschriebene Prozedere im Lincoln Hospital umzusetzen. Sie erlernten im weiteren Verlauf die Ohrakupunktur und entwickelten eine Kombination von 5 Punkten im Ohr.

Ab 1976 wurde die 5-Punkte-Behandlung überwiegend zur ambulanten Entzugsbehandlung eingesetzt. Der Einsatz von Methadon wurde eingestellt.

Unter der Leitung des Arztes Dr. Michael Smith gründeten er und sein Team 1985 die „National Acupuncture Detoxification Association“ (NADA), um dieses Modell zu verbreiten, für gute Ausbildungsstandards zu sorgen und wissenschaftlich zu evaluieren. Die Stadt N.Y. unterstützte dies, z.B. durch eine liberale Gesetzgebung.

Michael Smith war auch Initiator und Mitgründer von NADA in Indien, Mexiko, Australien und später auf den Philippinen. NADA ist mittlerweile auf allen Kontinenten aktiv. Weltweit wird das NADA-Protokoll in tausenden von Einrichtungen, Kliniken, Universitätskliniken, Ambulanzen, Communities, in Einrichtungen für Geflüchtete und im Justizvollzug angewandt.

Dr. Michael O. Smith während einer Behandlung

“ Keep it simple.”
- Dr. Michael O. Smith

Michael mochte es einfach zu helfen. Er unterstützte die Black Panthers und Young Lords
dabei die von ihnen entwickelte 5-Punkte-Behandlung zu etablieren und gründete dafür
Mitte der 80er Jahre die NADA.

11. Sept. 2001 NYC: Die tausendfache Anwendung bei überlebenden Opfern der Katastrophe und Ersthelfern in
Manhattan zeigte, dass Akupunktur eine wirksame Behandlung zur Ersten Hilfe für Traumatisierte sein kann. Seitdem wird das NADA-Protokoll zunehmend in
die Traumatherapie integriert und auch bei der Behandlung von Posttraumatischer Belastungsstörung mit Erfolg eingesetzt.

1990 – 2001 NADA verbreitete sich als „Behandlung nach dem NADA- Protokoll“ in Nordamerika und Kanada sowie in West-, Mittel- und Osteuropa: England, Schweden, Ungarn, Finnland, Italien, Russland, Deutschland, Irland, Dänemark, Schweiz, Norwegen, Österreich und Frankreich.

Entwicklungen in Deutschland

1993 wurde die deutsche NADA unter dem Namen „NADA Deutsche Sektion e.V.“ gegründet. Gründungsort war die Reha-Klinik Agethorst, eine Klinik für akupunkturgestützten Drogenentzug und Rehabilitation. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Fachkollegen aus Hamburg, Kiel, Frankfurt und München.

Ab 1995 in Deutschland: Verbreitet wurde das NADA-Protokoll durch Ausbildungstrainings („Behandlung nach dem NADA-Protokoll“, BASIC I und II) im Drogen- und Alkoholentzug und in der stationären und ambulanten Reha. Mittlerweile arbeiten viele deutsche Suchthilfeeinrichtungen mit dem NADA-Protokoll.

Ab 1998 etablierte es sich auch in vielen psychiatrischen Kliniken, Unikliniken und Ambulanzen, in der Forensik, in einigen Haftanstalten und in therapeutischen Wohngruppen.

Ab 2005 entstehen – von NADA gefördert – auch wohnortnahe Akupunkturprojekte für Anwohner*innen und Familienzentren.

Seit 2015 wird NADA auch in einigen Aufnahmeeinrichtungen als Behandlung für Geflüchtete eingesetzt.

Bis 2023 haben in Deutschland NADA-Trainer*innen mehr als 20.000 Mitarbeiter*innen aus allen Berufen des Gesundheitswesens ausgebildet: Kranken- und Gesundheitspfleger*innen, Sozialarbeiter*innen, Suchttherapeut*innen, Ärzt*innen, Hebammen und Entbindungspfleger, Streetworker*innen und Psychotherapeut*innen.